Heimatverein Neuhausen ob Eck e.V.
Altes bewahren - Neues dokumentieren


                                          Heimatverein Neuhausen ob Eck


Herbstwanderung führte zu den Munitionsbunkern
24 Teilnehmer haben sich zur diesjährigen Herbstwanderung des Heimatvereines Neuhausen
ob Eck an der Homburghalle getroffen. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Sibylle
Schaz und einer kurzen Einführung durch den Wanderführer Wolfram Nestel ging es um
13:30 Uhr pünktlich los.
Die Wegstrecke führte über die Alemannenstraße zum Osttor Gewerbepark take off und dem
neuen Fuß- und Radweg einmal durch das Gelände. Am Westtor ging es über einen
Wiesenweg über das Nendinger Ösch in das Waldstück, in dem schon der erste von fünf
ehemaligen Munitionsbunkern stand.
Ein kleiner, jedoch hochinteressanter Einblick, erläuterte Wolfram Nestel.
Mit dem Aufbau der deutschen Wehrmacht begann der Staat auch in Neuhausen geeignete
Flächen für einen Flughafen zu pachten. Mit den eigentlichen Arbeiten wurde 1936 begonnen,
ein Rollfeld planiert, das Gelände eingesät und Unterkünfte gebaut.
Ab Herbst 1937 wurde im nordostwärtigen Gelände des Flugplatzes größere Mengen
Munition unter freiem Himmel und später unter Zelten gelagert. Dieser Umstand musste
geheim gehalten werden, da das Gelände weder eingezäunt noch eine ausgebildete Wache zur
Verfügung stand. Zwar wurden Platzarbeiter mit Gewehren ausgerüstet und mit
Sicherungsaufgaben beauftragt, konnten den Aufgaben nicht gerecht werden, da sie weder an
der Waffe ausgebildet waren, noch bisher mit ihr geschossen hatten.
Daher wurde der Bau von fünf Munitionsbunkern am Nordrand des Platzes innerhalb des
Waldgebietes „Einschlag“ des Baron von Enzberg vorrangig betrieben.
Ein „Schwarzer Tag“ war der Mittwoch, 27. September 1939. Dreizehn Soldaten hatten im
Rahmen einer Beladeübung ihr Leben verloren. Eine große Trauergemeinde nahm auf dem
Friedhof Neuhausen an der Trauerfeier teil.
Nach Kriegende wurde die Munition von der französischen Besatzungsmacht unbrauchbar
gemacht und die Bunker gesprengt.
Leider gab es zu diesen geheimen Bunkern wenig Informationen oder gar Bilder. Gernot Storz
und Wolfram Nestel hatten nach mühevoller Kleinarbeit Informationen gefunden. Es wurde
gemessen und Pläne gezeichnet, sodass wir uns gut vorstellen konnten, wie die
übriggebliebenen Steinruinen einst aussahen.
Nach kurzer Wegstrecke ging es dann zur gemütlichen Einkehr in die Museumsgaststätte
Ochsen.


Bild: Die Herbstwanderung führte zu den ehemaligen Munitionsbunkern.
Bild: Der Abschluss war in der Museumsgaststätte Ochsen.
Fotos: Winfried Rimmele